{"id":1144,"date":"2023-02-12T13:24:26","date_gmt":"2023-02-12T12:24:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/?p=1144"},"modified":"2023-02-12T13:24:26","modified_gmt":"2023-02-12T12:24:26","slug":"tiere-an-der-elsbeere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/tiere-an-der-elsbeere\/","title":{"rendered":"&#8222;Tiere an der Elsbeere&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Norbert Mayer (mit Einverst\u00e4ndnis der Autorin Dr. Jula Werres)<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Tiere, sowohl Arten als auch Lebewesen mit gleichen Merkmalen, nutzen die Ressourcen der Elsbeere? Dieser Frage geht Jula Werres in einem Teil ihrer Doktorarbeit zur\u00a0<em><strong>Tier\u00f6kologischen Bedeutung der Elsbeere<\/strong><\/em>\u00a0<sup>1<\/sup>auf den Grund. Und sie\u00a0\u00a0verbrachte daf\u00fcr auch einige Wochen im Oktober 2011 im\u00a0<em>Elsbeerreich<\/em>. Die beiden Elsbeer-Hauptstandorte f\u00fcr ihre Beobachtungen\/Forschungen befinden sich n\u00e4mlich weit weg von diesem. In Deutschland, in der N\u00e4he von\u00a0Bonn (Plantage bei Bornheim und am \u201eHirschberg\u201c bei K\u00f6nigswinter).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ich darf einen gek\u00fcrzten und auf die Tiere bezogenen Auszug ihrer Arbeit mit eigenen Worten zusammenfassen:<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt konnte sie 88 Arten + 23 Morphospezies&nbsp;(Gesamtheit von Individuen, die in wesentlichen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merkmal\">Merkmalen<\/a>&nbsp;des K\u00f6rperbaus \u00fcbereinstimmt und sich anhand dieser Merkmale von allen anderen derartigen Gesamtheiten unterscheiden).<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Arten an Hauptbest\u00e4ubergruppen wurden von ihr festgestellt:<\/p>\n\n\n\n<p>22 Wildbienen (<em>Apiformes<\/em>)<br>28 Schwebfliegen (<em>Syrphidae<\/em>)<br>28 K\u00e4fer (<em>Coleoptera<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Feststellung der Anzahl und Erkennung der Individuen (insgesamt \u00fcber 4400) kamen \u201eKlopfschirmproben\u201c zum Einsatz. Diese zeigten als Ergebnis eine Pflanzenfresser (<em>Phytophagen<\/em>)-Dominanz an beiden Standorten, wobei die Verteilungen der \u00f6kologische Gruppen\/Gilden stark \u00fcber das Jahr variieren. Im Siebengebirge (\u201eHirschberg\u201c) deutete der hohe Anteil parasitischer Hautfl\u00fcgler (<em>Hymenopteren<\/em>) auf eine h\u00f6here Spezialisierung dieser Gruppe hin sowie auf stabilere \u00f6kologische Verh\u00e4ltnisse und eine h\u00f6here strukturelle und floristische Biodiversit\u00e4t. In Folge des starken Befalls wurde die&nbsp;<strong>Elsbeerlaus&nbsp;<\/strong>(<em>Dysaphis aucupariae<\/em>) als sekund\u00e4re Nutzungsressource identifiziert, mit deren Auftreten die Vielfalt der Tiere (<em>Zoodiversit\u00e4t<\/em>) in der Baumkrone erh\u00f6ht wird. Durch die Z\u00fcchtung von Schmetterlingsraupen mit Elsbeerlaub wurde ermittelt, dass 17 Schmetterling (<em>Lepidoptera<\/em>)-Arten die Elsbeere als Raupenfutterpflanze nutzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Frage, f\u00fcr welche&nbsp;<strong>Raupen<\/strong>&nbsp;Elsbeerbl\u00e4tter als Futterpflanze dienen, wurden insgesamt 35 Morphospezies identifiziert und davon 16 Arten bestimmt. Alle Arten sind polyphag (nutzen viele Nahrungsquellen) oder oligophag (nutze nur wenige \u00e4hnliche Nahrungsquellen). Insgesamt wurden 7 Familien an der Elsbeere identifiziert, absteigend nach H\u00e4ufigkeit waren dies:&nbsp;<br>Wickler (<em>Tortricidae<\/em>), Spanner (<em>Geometridae<\/em>), Eulenfalter (<em>Noctuidae<\/em>), Echte Sacktr\u00e4ger (<em>Psychidae<\/em>), Miniersacktr\u00e4ger (<em>Coleophoridae<\/em>), Gespinst- und Knospenmotten (<em>Yponomeutidae<\/em>) und Miniermotte (<em>Gracillariidae<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Schmetterlingsraupen, welche die untersuchten Elsbeeren als Futterpflanze nutzten, konnten h\u00e4ufig nicht bis auf Artniveau bestimmt werden. Deshalb wurden diese in den Jahren 2011 und 2012 jeweils getrennt nach Untersuchungsstandort gesammelt und in mit Gaze (weicher, sehr locker gewebter, durchsichtiger Stoff) bespannte Zuchtk\u00e4sten gesetzt. Mit folgendem Ergebnis:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Paraswammerdamia nebulella<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Phyllonorycter corylifoliella<\/em>&nbsp;sind oligophag an&nbsp;<em>Sorbus&nbsp;<\/em>gebunden;&nbsp;<em>Amphipyra pyramidea<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Antitype chi<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Archips rosana<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Tortricidae;&nbsp;<em>Archips xylosteana&nbsp;<\/em>(Linnaeus, 1758), Tortricidae;&nbsp;<em>Calliteara pudibunda<\/em>(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Cosmia trapezina&nbsp;<\/em>(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Ennomos quercinaria&nbsp;<\/em>(Hufnagel 1767), Geometridae;&nbsp;<em>Erannis defoliaria<\/em>&nbsp;(Clerck, 1759), Geometridae;&nbsp;<em>Eupsilia transversa&nbsp;<\/em>(Hufnagel, 1766), Noctuidae;&nbsp;<em>Lymantria dispar<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Operophtera brumata<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Geometridae;&nbsp;<em>Orgyia antiqua<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Noctuidae;&nbsp;<em>Paraswammerdamia nebulella&nbsp;<\/em>(Goeze, 1783), Yponomeutidae;&nbsp;<em>Phigalia pilosaria<\/em>&nbsp;(Denis &amp; Schifferm\u00fcller, 1775), Geometridae;&nbsp;<em>Phyllonorycter corylifoliella&nbsp;<\/em>(Hubner, 1796), Gracillariidae;&nbsp;Eichenwickler&nbsp;<em>(Tortrix viridana)<\/em>&nbsp;(Linnaeus, 1758), Tortricidae<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonderes Interesse gilt aber der<strong>&nbsp;Elsbeerlaus<\/strong><em>&nbsp;<\/em>(<em>Dysaphis aucupariae<\/em>), da diese fast jedes Jahr zu beobachten ist und es immer wieder zu Anfragen besorgter Elsbeerbauern oder Hobbyg\u00e4rtnern im Elsbeerreich kommt, wie man diesen Lausbefall denn sinnvoll und naturvertr\u00e4glich bek\u00e4mpfen kann bzw. ob der Baum damit verloren ist? Und die Antwort ist mittlerweile immer die gleiche: Keine Sorge! Einfach sein, und den Baum in Ruhe lassen. Erstens ist bei Erkennen des Befalls kein sinnvoller Eingriff mehr m\u00f6glich und zweitens ist es f\u00fcr den Baum zwar keineswegs f\u00f6rderlich aber auch keine gro\u00dfe Gefahr, wie im Folgenden zu lesen ist. Denn der Elsbeerlaus kann man aus Sicht der Biodiversit\u00e4t auch durchaus was Positives abgewinnen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Saugt\u00e4tigkeit der Elsbeerlaus erfolgt vor allem an den Bl\u00e4ttern. Mit dem Ergebnis, dass sich die Bl\u00e4tter einzurollen beginnen, es einige Wochen sp\u00e4ter zum Blattfall kommt und dies durchaus auch den ganzen Baum (bis Totalverlust der Bl\u00e4tter) f\u00fchren kann. Als beruhigend (\u2026) kann gesehen werden, dass nur die sexuelle Fr\u00fchjahrsgeneration die Elsbeere nutzt. Die Elsbeerlaus steht aber auch als sekund\u00e4re Nahrungsressource z. B. f\u00fcr Ameisen oder Wildbienen\/-Hummeln zur Verf\u00fcgung (Honigtau, Beute),wobei die Pseudogallen als physikalischer Schutz- oder Jagdraum dienen.&nbsp;<strong>Insgesamt erh\u00f6ht die Elsbeerlaus<em>&nbsp;<\/em>die Biodiversit\u00e4t an der Elsbeere.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fruchtfressende&nbsp;<\/strong>(<em>Frugivorie<\/em>)&nbsp;<strong>V\u00f6gel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Dokumentation der frugivoren V\u00f6gel wurde vom 07.-14.10.2011 neben den beiden Standorten in Bonn ein dritter Standort in \u00d6sterreich hinzugef\u00fcgt \u2013 und zwar in der Gemeinde Michelbach ca. 50 km \u00f6stlich von Wien im sogenannten&nbsp;<strong>Elsbeerreich<\/strong><em>&nbsp;<\/em>im Wiesenwienerwald in Nieder\u00f6sterreich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mindestens 9 elsbeerfressende Vogelarten wurden beobachtet, wobei innerhalb von 34 Stunden mehr als 400 Individuen gez\u00e4hlt wurden. Diese V\u00f6gel teilen sich in folgende Familien auf: 66% Drosselv\u00f6gel, 27% Starenv\u00f6gel, 5% Meisen, 2% Rabenv\u00f6gel, 1% Sittiche. Als h\u00e4ufigste Arten wurden&nbsp;<strong>Star (<\/strong><em>Sturnus vulgaris)&nbsp;<\/em>27%,&nbsp;<strong>Amsel<\/strong>&nbsp;(<em>Turdus merula)<\/em>&nbsp;21% und&nbsp;<strong>Singdrossel<\/strong>&nbsp;(<em>Turdus philomelos)&nbsp;<\/em>16,3% beobachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den frugivoren V\u00f6geln konnten Stare und Drosseln als Haupt-Samenausbreiter best\u00e4tigt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Reine Fruchtfleischfresser (<em>Pr\u00e4datoren<\/em>) waren&nbsp;<strong>Kohlmeise<\/strong>&nbsp;(<em>Parus major<\/em>) und&nbsp;<strong>Kleiber\/Spechtmeise<\/strong>&nbsp;(<em>Sitta europaea<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den echten Ausbreitern z\u00e4hlen&nbsp;<strong>Rabenkr\u00e4he<\/strong>&nbsp;(<em>Corvus corone corone),&nbsp;&nbsp;<\/em><strong>Eichelh\u00e4her<\/strong>&nbsp;(<em>Garrulus glandarius),&nbsp;<\/em><strong>Star<\/strong><em>&nbsp;(Sturnus vulgaris),&nbsp;<\/em><strong>Rotdrossel<\/strong><em>&nbsp;(Turdus iliacus),&nbsp;<\/em><strong>Amsel<\/strong>&nbsp;(<em>Turdus merula),<\/em>&nbsp;<strong>Singdrossel<\/strong><em>(Turdus philomelos<\/em>),&nbsp;<strong>Wacholderdrossel<\/strong>&nbsp;(ugs. \u201cKranawettvogel\u201c,&nbsp;<em>Turdus pilaris)<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Ausbreitern unterscheidet man zwischen \u201eFernausbreiter\u201c (\u2026 die sich im Mittel nicht mehr als 37,5 m nach einem Fressaufenthalt von der Nahrungspflanze entfernen ) und \u201eNahausbreitern\u201c (\u2026 die sich im Mittel nicht mehr als 12,5 m nach einem Fressaufenthalt von der Nahrungspflanze entfernen).\u00b2<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Fernausbreitern geh\u00f6rten&nbsp;<strong>Rabenkr\u00e4he<\/strong>&nbsp;(<em>Corvus corone corone),&nbsp;&nbsp;<\/em><strong>Star<\/strong><em>&nbsp;(Sturnus vulgaris),&nbsp;<\/em><strong>Wacholderdrossel<\/strong>&nbsp;(ugs. \u201cKranawettvogel\u201c,&nbsp;<em>Turdus pilaris)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als Nahausbreiter wurden erkannt:&nbsp;<strong>Rotdrossel<\/strong><em>&nbsp;(Turdus iliacus),&nbsp;<\/em><strong>Amsel<\/strong>&nbsp;(<em>Turdus merula),<\/em>&nbsp;<strong>Singdrossel<\/strong><em>(Turdus philomelos<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Mittelstellung dazu nahm der&nbsp;<strong>Eichelh\u00e4her<\/strong>&nbsp;(<em>Garrulus glandarius)&nbsp;<\/em>ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"882\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Ausbreiter.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1146\" srcset=\"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Ausbreiter.png 882w, https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Ausbreiter-300x103.png 300w, https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Ausbreiter-768x265.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Quelle: Jula Werres, Einordnung der determinierten frugivoren Vogelarten (Individuen) an\u00a0<em>S. torminalis\u00a0<\/em>in \u00f6kologische Ausbreitungsgilden<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fruchtfressende\u00a0<\/strong>(Frugivorie)\u00a0<strong>S\u00e4ugetiere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist nat\u00fcrlich auch die Frage, welche fruchtfressenden S\u00e4ugetiere sich an den Elsbeeren erfreuen. Dabei wurden von 67% der ausgelegten Fr\u00fcchte \u201eabgeholt\u201c. Und zwar zweifelsfrei mit der Wildkamera nachgewiesen:<\/p>\n\n\n\n<p>Wildschwein<br><span style=\"font-size: revert;\">Reh<\/span><br><span style=\"font-size: revert;\">Steinmarder<\/span><br>M\u00e4use<\/p>\n\n\n\n<p>Aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich nun eine weitere Frage:<br>Welche trophischen Interaktionen ergeben sich aus dem Zusammenspiel von jahreszeitlich dargebotenen Ressourcen und ihren Nutzern, und wie interagieren die Nutzer untereinander?\u00a0Viele der tats\u00e4chlichen Beziehungen k\u00f6nnen aufgrund der Komplexit\u00e4t gar nicht dargestellt werden oder sind nicht bekannt. So ist der Einfluss der Bl\u00fctenbesucher vermutlich gr\u00f6\u00dftenteils positiv f\u00fcr die Elsbeere, da die meisten zur Best\u00e4ubung und damit zur Fortpflanzung des Baums beitragen. Vergleichbares gilt auch f\u00fcr die meisten frugivoren Tiere, die als Samenverbreiter fungieren. Somit sind die Beziehungen zwischen diesen beiden Gruppen einerseits und der Elsbeere andererseits durchaus mutualistisch<sup>3<\/sup>\u00a0gepr\u00e4gt.<br>Das Verhalten einiger Bl\u00fctenbesucher und Frugivoren ist jedoch auch nachteilig f\u00fcr die Elsbeere, da es z. B. Fruchtfleischr\u00e4uber und Bl\u00fctenbesucher gibt, die weder mit Samenverbreitung noch mit Best\u00e4ubung einen Gegendienst erweisen.<br>Die aufgenommenen pflanzenfressenden Tiere (<em>Herbivore<\/em>) wirken einschr\u00e4nkend auf die Vitalit\u00e4t der Elsbeere, Pr\u00e4datoren und Parasiten der Herbivoren wirken sich hingegen indirekt positiv auf die Vitalit\u00e4t der Elsbeere aus.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie die Fortpflanzungs- und Ausbreitungsstrategie der Elsbeere funktioniert und welche Rollen dabei Tiere \u00fcbernehmen \u2013 auch dazu gibt es eine Antwort:\u00a0<br>H\u00f6chster Fortpflanzungserfolg entsteht durch Insekten-Fremdbest\u00e4ubung und bei der Samenverbreitung durch Frugivorie.<br>Allerdings f\u00fchren pflanzenfressende Tiere unweigerlich zu einer Schw\u00e4chung des Baumes durch Wegfall photosynthetisch aktiver Blattmasse und\/oder Pflanzensaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer Doktorarbeit kommt Jula Werres schlie\u00dflich zu folgender Schlussfolgerung:<br>Da die Elsbeere Generalist ist (Baumart, die unter verschiedenen Umweltbedingungen \u00fcberlebt, ohne auf eine spezifische Ressource spezialisiert zu sein), ist der Standort bestimmend f\u00fcr das Artenspektrum, welches die Ressourcen nutzt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ein generalisiertes Bl\u00fctensyndrom sichert sich die konkurrenzschwache Elsbeere in allen f\u00fcr sie besiedelbaren Habitaten den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen und von Umwelteinfl\u00fcssen weitgehend unabh\u00e4ngigen Best\u00e4ubungserfolg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunlich die Erkenntnis, dass die Zahl und Artendiversit\u00e4t unspezialisierter Hummeln und Honigbienen durch den Verlust nat\u00fcrlicher Habitate nicht oder kaum reduziert wird. Dies k\u00f6nnte sich auch f\u00fcr den Fortpflanzungs- und Ausbreitungserfolg der konkurrenzschwachen Elsbeere zu einem positiven Faktor entwickeln, da ihr unspezialisiertes Bl\u00fctensyndrom&nbsp;(was hei\u00dft das genau?)&nbsp;insbesondere f\u00fcr diese Best\u00e4ubergilden attraktiv ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dabei sollte jedoch nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, dass die Elsbeere erst in Regionen wie dem Wiesenwienerwald mit seinem hohen Hemerobiegrad (Einfluss des Menschen) zu ihrer besten Auspr\u00e4gung kommt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Tiere_an_der_Elsbeere.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1145\" width=\"673\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Tiere_an_der_Elsbeere.jpg 520w, https:\/\/www.elsbeerreich.at\/WP\/wp-content\/Tiere_an_der_Elsbeere-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quellennachweis<\/p>\n\n\n\n<p><sup>1<\/sup>&nbsp;Zur tier\u00f6kologischen Bedeutung der Elsbeere (<em>Sorbus torminalis<\/em>&nbsp;L. CRANTZ), Dr. Jula Marie Werres, Landwirtschaftliche Fakult\u00e4t der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t zu Bonn, 2018&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b2 Frugivorie bei mitteleurop\u00e4ischen V\u00f6gel, Dr. Holger Stiebel, Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik und Naturwissenschaften der Carl-von-Ossietzki-Universit\u00e4t in Oldenburg, 2003<\/p>\n\n\n\n<p><sup>3<\/sup>&nbsp;mutualistisch = Bezeichnung f\u00fcr eine Form der Wechselbeziehung zwischen artverschiedenen Organismen, bei der (im Gegensatz zur Konkurrenz, zum R\u00e4uber-Beute-Verh\u00e4ltnis oder zum Parasitismus) beide Partner aus Strukturen, Produkten oder Verhaltensweisen Nutzen ziehen (Quelle: Wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Norbert Mayer (mit Einverst\u00e4ndnis der Autorin Dr. Jula Werres) Welche Tiere, sowohl Arten als auch Lebewesen mit gleichen Merkmalen, nutzen die Ressourcen der Elsbeere? 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